Eastcoast 2 - Ayr to Sydney
Sydney, Sonntag, 06.09.2009, 14:32 Uhr (MESZ+8h)
G'Day Everyone!
Ich zumindest hatte vor ein paar Wochen einen der geilsten meines Lebens. Und nein es war nicht in Ayr auf dem Zuchinifeld. Sondern am Whitehaven Beach auf Whitsunday Island, der größten aller 74 Inseln der Whitsunday Islands.
Wir haben also nicht wie zunächst ehrhofft, bzw. später nach all den Erzählungen derer Backpacker in unserem Hostel, die bereits auf dem Feld gearbeitet hatten, befürchtet, Geld verdient indem wir Zuchinis geerntet haben, sondern selbiges ausgegeben, indem wir nach Airlie Beach, wiederrum 3h südlich von Ayr, gefahren sind um von dort aus wie gesagt einen Segeltörn zu den Whitsunday Islands zu machen.
Im Endeffekt haben wir also eine Woche in Ayr verbracht und die Zeit mit Lesen, Karten spielen und bei McDonald's im kostenlos bereitgestellten Internet surfend verbacht. In der Zwischenzeit haben wir nämlich herausgefunden, dass der Farmer, der die Bewohner unseres Hostels zum Zuchini ernten anheuert, keine Abnehmer mehr für seine Zuchinis finden konnte und deshalb die zwar noch zahlreich vorhandenen Felder nicht abgeerntet würden.
Nachdem wir unsere 7 im Vorraus bezahlten Nächte abgeschlafen =P hatten sind wir also nach Airlie Beach gefahren.
Wir haben erstmal 4 Nächte im Hostel gebucht um in dieser Zeit gemütlich nach einem unseren Wünschen entsprechenden Segelschiff zu suchen und nach den 4 Übernachtungen auf dem Festland Richtung Whitsundays aufzubrechen.
Wenn es eines gibt, dass ich in Australien gelernt habe, dann ist es 1. Es kommt immer anders und 2. als man denkt!
Nach der ersten Nacht ist noch Max, ein Freund der Lisas, aus Kassel, zu uns gestoßen, um mit uns gemeinsam den Trip zu machen.
Gegen 5 Uhr abends sind wir dann losgezogen um ein paar Angebote in verschiedenen Reisebüros einzuholen. Direkt das erste hat uns ein gutes Last Minute Angebot gemacht. Allerdings sollte der Trip direkt am darrauffolgenden Tag losgehen. Die Wettervorhersage für diesen 2-day/2-nights Trip sollte sehr gut sein wohingegen das Wetter ein paar Tage später, wo wir ursprünglich buchen wollten, wieder schlechter werden solle. Kurz entschlossen haben wir also die 2 verbleibenden Nächte im Hostel 2 Tage nach hinten verlegt, damit wir noch bevor der Laden um 6 Uhr schließt den Segeltrip klarzumachen.
2 Tage und 2 Nächte auf dem Boot, einen kostenlosen Einführungstauchgang, eine kostenlose Digeridoo Unterrichtsstunde (für später auf dem Festland) und Freigetränke in diversen Bars in Airlie Beach hat unser Paket umfasst.
Am darauffolgenden Tag sind wir also sogar zu einer humanen Uhrzeit, um 15 Uhr auf das Schiff gegangen. Wir sind kurz darauf zu unserer Liegestelle für die Nacht gefahren. Eine sehr ruhige Bucht, sehr windgeschützt, nahezu kein Wellengang.
Auf dem Weg dorthin haben wir auf eine sehr lustige Art und Weise die übliche Extremfalleinweisung bekommen, den ganzen Schwimmwestenkram und so. Die Crew war sehr freundlich, durchgeknallt und bunt gemischt. Der Skipper war ein Kriegsveteran, der schon in Vietnam der Marine gedient hat, der Tauchlehrer steht im Guinnes Buch der Rekorde 1999 für den tiefsten Tauchgang mit 240 Fuß (wieviele Meter auch immer das sein mögen xD).
Jedenfalls haben wir aufgrund des super Wetters bereits auf der Hinfahrt zu der Bucht 2 Wale gesehen. Eine Mutter und ihr Kalb. Das war schonmal sehr eindrucksvoll. Wir hatten anscheinend Glück, da es nicht üblich sei, dass man Wale sieht.
Nachdem wir geankert hatten, haben wir sehr gut gegessen und den Abend gemütlich ausklingen lassen, da wir am nächsten Tag um halb 7 aufstehen mussten.
Wir sind nach dem Frühstück, wie oben erwähnt, zur Tongue Bay, einer Bucht auf Whitsunday Island aufgebrochen, um dort einen der weltberühmtesten, schönsten, saubersten und zweifellos den besten Strand, den ich je gesehen habe zu besuchen. Whitehaven Beach.
Auf der Insel angekommen, sind wir ein paar hundert Meter zu einem Aussichtspunkt gelaufen ehe mir für eine lange Zeit der Kiefer runtergeklappt ist.
Wir hatten eine atemberaubend schöne Aussicht auf den Strand, mit seinem, je nach Wassertiefe von glasklarem, über hell- bis türkisblauen Wasser und dem blendend weissen Sand.
Danach sind wir von dem Aussichtspunkt zum Strand runtergelaufen. Der Sand war fast schneeweiß und annähernd so fein wie Mehl. Dieser Ort war schlicht perfekt.
Nachdem wir ein paar Stunden am Whiteh(e)aven Beach verbracht hatten mussten wir wieder zum Schiff. Wir sind zu unserer nächsten Location geschippert um dort zu tauchen und zu schnorcheln.
Zwischendurch haben wir immer wieder mal Wale gesehen. Bestimmt 3-4 mal währen der gesamten Tour.
Mein erster Tauchgang war ziemlich cool, obwohl es ein wenig vernebelt unter Wasser war. Werde auf jeden Fall noch einen Tauchkurs machen!
Am Abend haben wir dann im Whirlpool, den wir auf dem Schiff coolerweise hatten, relaxt und komplett im Dunkeln, wiederrum in einer kleinen Buch zwischen den Whitsundays, den gigantischen Sternenhimmel besichtigt. Das war ein sensationeller Abschluss des Tages und ich habe keine Ahnung wie viele Stunden wir darin verbracht haben, aber es waren einige. Danach war ich jedenfalls gut gegart.
Am nächsten morgen sind wir dann nochmal zu einem Schnorchelspot gefahren, wo angeblich viele Schildkröten zu sehen seien, gefahren. Ich habe leider keine gesehen aber andere scheinbar schon.
Nun sind wir wieder auf dem Festland und ich kann nur jedem empfehlen sich Whitehaven
Beach anzusehen! Der schönste Ort den ich hier bisher gesehen habe!
Nach dem Trip haben wir uns ein weiteres working hostel in Bundaberg, so etwas wie die Hochburg der Obst-und Gemüseernte in Australien, 10h südlich von Airlie Beach, klargemacht.
Wir sind dann also 2 Nächte in Airlie Beach später mit dem Greyhound Bus 10h nach Bundaberg gefahren um in unserer neuen Bleibe einzuchecken. Die Frau an der Rezeption meinte direkt mal sie sei sich 99% sicher, dass wir direkt am nächsten Tag einen Job auf einer der Farmen bekommen würden, da die Arbeitssituation sehr gut sei. Und so kam es auch… Nachdem ich um 4:30 Uhr aufgestanden war, wurde ich von einem der Hostelcrewmitglieder zur Farm gefahren. Statt wie erwartet Süßkartoffeln zu ernten haben wir „nur“ auf einem der großen Felder Unkraut gejähtet. 10 Stunden lang. Laut meiner „Kollegen“ ein Easy Job. War auch einigermassen ok muss ich sagen aber mir hat am Abend trotzdem schonmal alles wehgetan. Die beiden Lisas haben auf einer Zuchini Farm, immerhin für einen geregelten Stundenlohn gearbeitet.
Am nächsten Tag bin ich wieder zu der selben Farm gekommen und wir musste auch Zuchinis plücken. Allerdings nicht mit einem anständigen Stundenlohn, sondern für 2,50$ (ca. 1,50€) also nichts pro Eimer.
Nach einer kurzen Einweisung bin ich also wie ein Bekloppter durch die Reihen gerannt und habe mit dem Messer in diese Scheiss Planzen reingehämmert ohne Rücksicht auf Verluste, nur um meine Eimer volzukriegen. Keine Ahnung wie viele Blätter dabei draufgegangen sind aber mir wars auch egal.
Nach 5h hatte ich sage und schreibe stolze 25 Eimer beisammen was trotzdem nur einen Stundenlohn von 12,50$ machen würde. In diesen 5h habe ich beschlossen nicht mehr auf die Farm zurückzukehren weil das einfach Sklaverei ist. Meine Arme waren komplett zerschnitten von den Zuchinipflanzen und ich hatte Rücken, was ich ja sowieso schon habe.
Naja nach den 5h jedenfalls sind wir noch zu einem der Süßkartoffelfeldern gefahren und haben die Blätter abgeschnitten (wine cutting), was auch immer die damit machen. Das war widerrum ein easy job mit akzeptablem Stundenlohn aber meine Entscheidung stand fest.
Nach weiteren 5h Stunden sind wir dann wieder zum Hostel zurückgefahren worden und ich habe mich bei der Rezeption für die nächsten Tage von der Arbeit abgemeldet. Da ich schon für 1 Woche Miete bezahlt hatte bin ich die verbleibenden Nächte noch dortgeblieben und mir Gedanken gemacht wo ich als nächstes hinfahre.
Und gefahren bin ich nach Sydney von wo aus ich auch gerade schreibe! Der Plan war eine WG und einen Job zu finden bis meine Schwester Verena und ihr Freund Magnus am 2.10. nach Sydney kommen. Nach 2 Nächten im Hostel im Herzen Kings Cross‘ hatte ich mir schon eine Wohnung klargemacht, aus der ich gerade schreibe. Im 33. Stockwerk des Meriton World Tower, eines der höchsten und modernsten Gebäude mitten im Herzen der Stadt bin ich nun einquartiert. Im 14. Stock haben wir außerdem einen Schwimmbad, einen Whirlpool, eine Sauna und ein Fitnessraum. Direkt am World Tower ist das World Square Shopping Center wo der Supermarkt einfach mal Mo-So von 6-24 Uhr geöffnet hat xD da fehlt zum 24/7 nicht mehr viel… jedenfalls brauch ich zum Supermarkt keine 2 Minuten.
Ich teile mir die Wohnung mit meinen 3 Zimmerkollegen aus Rumänien, Italien und Brasilien und mit 3 anderen die in anderen Zimmern wohnen und aus England, Korea und Taiwan kommen. Also ein bunter Haufen! Aber was ich bisher sagen kann sind alle ganz nett!
Meine Digicam, die seit dem Schnorcheln auf Magnetic Island nicht mehr funktioniert hatte und die ich deswegen von Ayr nach Sydney ins Olympus Camera Repair Center eingeschickt hatte ist nun fertig repariert und ich werde sie morgen abholen und dann mal ein paar Fotos von Sydney und meiner Wohnung und so weiter machen und hochladen. Solange könnt ihr euch ja die endlich hochgeladenen Fotos vom Whitsunday Trip ansehen und staunen!
So nun werde ich noch zusehen, dass ich einen Weg aus der Arbeitslosigkeit finde und dann ist der Plan aufgegangen…
Also ihr hört von mir…
Euer Thilo
Sonntag, 6. September 2009
Eastcoast 2 - Ayr to Sydney
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1 Kommentar(e):
Gude
Wir sind jeweils am anderen Ende der Welt und trotzdem machen wir fast das gleiche. War heute auch zum ersten Mal tauchen... Einfuehrungskurs und dann ab in die Tiefe auf erstmal nur 12 Meter.
Wale gabs auch: Leider aber nur waehrend wir unter Wasser waren... Morgen gehts dann schliesslich ab aufs Surfbrett! Also alles cool
¡Tuanis mae! wie man hier im CRC-Slang sagen wuerde.
Muchos saludos
Stefan
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