Sonntag, 3. Januar 2010

Ja, er lebt noch!

Motueka, Sonntag, 06.01.2010, 13:37 Uhr (MESZ+12h)


Hallo liebe Leute und Frohes Neues Jahr, diesmal aus Neuseeland!

Aufgrund von technischen Schwierigkeiten (Notebook derzeit im Samsung Service Center in Melbourne zur Reperatur, Ich ein paar tausend Kilometer weiter südöstlich) und akuter Schreibfaulheit, konnte es mir leider eine Weile nicht gelingen ausfürhlich zu bloggen. Dafür werdet ihr nun mit einem gegliederten, ausführlichen und sogar mit ein paar Bildern gespickten Blogeintrag für das lange Warten belohnt.
Vorweg aber erstmal folgendende wichtige Information: Rückflug nach Deutscheland gebucht! Am 01. Juni 2010 um 22:25 Uhr werde ich erstmals seit 357 Tagen wieder deutschen Boden betreten!
Und nun viel Spaß beim Lesen!


Surfkurs und eierlegende Schildkröten

brütende Schildkröte in Bundaberg

Da die Regenwolken allmählich wieder verschwunden waren, haben wir uns entschlossen endlich einen Surfkurs zu machen. Hierzu haben wir einen schönen Tag an einer ruhigen Buch in Agnes Water verbracht. Anfangs garnicht so einfach, hat der Kurs riesigen Spaß gemacht und letztendlich sogar dazu geführt, dass ich ein gutes Stück auf dem Brett im Wellenkamm stehend verweilt habe.
Am nächsten Tag sind wir weiter nach Bundaberg, dem Geburtsort der berühmten Rum Distillerie gefahren, um dort ein wenig Rum zu schnüffeln...
Leider sind wir nicht dazu gekommen uns die Fabrik anzusehen um den Angestellten beim Rum machen zu zu schauen (an diesem Wortspiel hatten wir eine Weile unseren Spaß), allerdings haben wir es uns nicht nehmen lassen, aufgrund der gerade begonnenen Schildkrötenbrutsaison an einem nahe gelegenen Strand in Bundaberg den Schildkröten beim Eierlegen zuzuschauen. Zwar hat dieser Event den ganzen Abend eingenommen und bis nach Mitternacht gedauert, es hat sich jedoch gelohnt!
Kurzerhand noch meine 7 Monate alten Haare durch eine glänzend weiße Glatze ersetzt ging es anschließend weiter nach Hervey Bay um von dort aus Fraser Island zu beuschen.


Fraser Island

Lake Birraben, Fraser Island

Nach langem hin- und herüberlegen, haben wir uns dazu entschieden selbst einen Geländewagen zu mieten, um die Insel, welche nur mit Allradautos befahren werden kann auf eigene Faust zu erkunden.
Um 5 Uhr aufgestanden, das Auto beim Verleih abgeholt, sind wir also gegen 8 Uhr morgens mit der Fähre auf die größte reine Sandinsel der Welt rübergefahren.
Die Folgenden 3 Tage waren eine emotionale Achterbahnfahrt. Neben den schösten Badestellen, die man sich vorstellen kann, an Waldseen mit kristallklarem, himmelblauem Wasser, mit blendend weißen Sandstränden und einem gut 100 Kilometer lagen Strand, an dem es sich wegen gefährlichen Strömungen und menschenfressenden Haien nicht zu baden empfiehlt oder paradiesischen Sonnenaufgängen um halb 5 Uhr morgens am Strand, mussten wir leider auch erfahren, dass uns eine verbrannte Kupplung bei einem eigentlich robust wirkenden Geländewagen beinnahe 2000 Dollar geköstet hätte, wäre nicht der Mietvertrag von der Firma fehlerhaft ausgefüllt und damit ungültig gewesen... Glück im Unglück also =)
Zu allem Überfluss haben wir auch noch unsere Fähre auf das Festland verpasst, weil ein anderes Auto vor uns im Sand stecken geblieben ist. Da die Hotels alle zu teuer waren, haben wir die Nacht also nach 1-2 oder doch ein paar mehr Bier und reichlich Goon (billiger Wein, 4 Liter für 6 Euro) an einem Picknicktisch in der Nähe des Fährhafens verbracht um am nächsten Tag die erste Fähre zu nehmen.
Bevor die Fähre uns zurück nach Hervey Bay genommen hat, ist es mir beim frühmorgentlichen Angeln noch gelungen, mit bester Sicht ins klare, niedrige Wasser, einen der ca. 60 cm großen Fische zu fangen, die unter dem Steg, an dem die Fähre an- und ablegt in einem rieisgen Heringsschwarm gejagt hatten. Das war sehr eindrucksvoll, da man regelrecht zusehen konnte, wie der Fisch sich meinem kleinen Hering am Angelhaken genähert und angebissen hat. Zurück auf dem Festland, gab es also "Yellowtail Kingfish"- Filet zum Abendessen.

Fraser Island, Yellowtail Kingfish *stolz*

Familie Butler

Hervey Bay, Eriks Golden Trevally

Am Tag nach der Rückkehr von Fraser Island habe ich mit unserem Reisebegleiter Erik noch einmal auf dem landesweit berühmten, gut einen Kilometer langen Steg in Hervey Bay geangelt, wobei es Erik tatsächlich gelungen ist, unter großem Staunen aller Umstehenden, den Fisch des Tages, einen knapp 10 Kilo schweren Golden Trevally zu landen. Außerdem durften wir noch beobachten, wie ein anderer Angler direkt neben uns einenen Hammerhai am Haken hatte!
Nach dem Angeln sind wir weiter an die Sunshine Coast nach Noosa Heads gefahren, wo wir beim Abendessen (mal wieder Fischfilet, diesmal Golden Trevally), eine nette Familie kennengelernt haben, die uns doch tatsächlich eingeladen hat sie in Ihrem Haus ganz in der Nähe, in Caloundra zu besuchen und ein paar Tage bei Ihnen zu wohnen.
Die Zeit bei Mitch, seiner Frau Bronwyn und deren Kindern Ted (8), Frank (6) und Will (4) haben wir sehr genossen und mit Ausflügen zu den vulkanischen Glass House Mountains, in schöne Nationalparks und in Steve Irwins weltberühmten Australia Zoo verbracht.
Sogar das Angelboot unseres Gastgebers durften wir zu einem kleinen Angelausflug mitnehmen.

Australia Zoo

10.000 km später - Ziel erreicht

Blue Mountains National Park

Blue Moutains National Park, Wind Eroded Cave

Brisbane, die Hauptstadt Queenslands, so wie die mit Höchäusern zugebaute Gold Coast, haben wir schnell hinter uns gelassen und sind weiter an einen kleinen, gemütlichen Küstenort namens Corindi Beach gefahren, wo wir Abends ein sehr schönes Lagerfeuer am Strand gemacht haben.
Daraufhin haben wir ein paar Tage auf einem schönen Campingplatz in Port Macquarie am Strand verbracht und Abends ein wenig geangelt (habe einen Engelshai und einen Stachelrochen rausgefischt), bevor wir uns von Erik getrennt haben und nun wieder zu Dritt weiter zu den Blue Mountains nahe Sydney gefahren sind.
Nach ein paar sehr schönen Tagen mit herrlichen Ausblicken auf riesige, ewige grüne Schluchten und gigantischen Felsformationen in den Blue Mountains haben wir unseren Weg nach Melbourne entlang der Küste fortgesetzt.
Nach dem unspektakulären Batemans Bay sind wir weiter nach Lakes Entrance gefahren. Nach ein paar schönen Tage in einem gemütlichen Hostel dort hatten wir unser Reisezeil Melbourne sogar ein paar Tage vor der Ankunft meiner Eltern, die über Weihnachten und Neujahr eine kleine Reise nach Australien und Neuseeland geplant hatten, vorerst erreicht.


Weihnachten am Strand

Flughafen Melbourne

Wir haben also ein paar Tage in Melbourne gehabt, um uns die Stadt anzusehen und ein bischen einzukaufen, ehe meine Eltern eingeflogen wurden.
Um die Tage bis zum Einzug in unser Weihnachtsdomizil in Apollo Bay an der Great Ocean Road zu überbrücken sind wir also diesmal zu Fünft, mit meinen Eltern im Gepäck, noch für ein paar Tage zu einer kleinen Insel namens Phillip Island in der Nähe von Melbourne gefahren um die dort lebenden kleinsten Pinguine der Welt zu sehen und noch ein paar schöne Stunden am Strand zu verbringen.
Die folgenden 8 Tage in dem, wie sich heraustellte, super schönen Häuschen, 300 Meter vom Strand entfernt, waren eine willkommene Abwechslung zum fast täglichen Kofferpacken und haben sich angefühlt wie Urlaub =P
Die Zeit verging leider wie im Fluge und nach ein paar gelungenen Tagen mit jeder Menge wilder Koalas direkt am Straßenrand der Great Ocean Road, ein paar schönen Bushwalks im Nationalpark, einem tollen Aussichtspunkt über die Stadt Apollo Bay, heißen Strandtagen, einem Ausflug zur Hauptattraktion, den 12 Aposteln mit Badepause in einer felsigen Bucht, einem gelungenen und dennoch ungewöhnlichen Weihnachten ohne die große Familie mit einem klassischen, hervorragend gelungenen Weihnachtstruthahn und ein paar gemütlichenen Angelstunden mussten wir unser Domizil verlassen und sind für 2 weitere Tage in einem stinkigen, dreckigen Hostel in Apollo Bay geblieben, bevor wir wieder nach Melbourne zurück gefahren sind um nach Neuseeland zu fliegen.

Koalamama mit Baby

Cape Otway National Park, Great Ocean Road

Twelve Apostels, Great Ocean Road


Neuseeland

Silvester in Christchurch, Neuseeland

Nach 2 weiteren Übernachtungen in einer gemütlichen sog. Cabin (eine Art Wohnwagen) auf einem Campingplatz in Melbourne sind wir einen Tag vor dem Jahreswechsel in die größte Stadt der Südinsel Neuseelands, nach Christchurch geflogen. Nach ein paar Tagen in Christchurch und einer unorthodoxen Silvesterfeier (Waren immehin Erster in 2010) ohne klirrende Sektgläser um Mitternacht und ohne Bölller und Raketen (beides ist hier unten verboten) sind wir nun 9h mit dem Bus nach Motueka, zur nördlichen Spitze der Südinsel gefahren. Am darauffolgenden Tag haben wir einen schönen Bootstrip vorbei an Felsen, auf denen sich Seehunde gesonnt haben zum Abel Tasman National Park und einen ca. 2 stündigen Bushwalk durch dessen Natur gemacht.
Nach einem Tandem-Fallschirmsprung aus knapp 4,5km Höhe mit einem kleinen Einpropellerflugzeug, herrlicher Sicht auf große Teile der Südinsel des Landes und einem einzigartigen Adrenalin Kick werden wir uns in den nächsten Tagen wieder trennen und ich werde meine Reise allein bzw. mit unserem Ex-Mitreisenden Erik, den wir in Australien kennengelernt hatten und der jetzt in Neuseeland mit seinem eigenen Van am reisen ist, fortsetzen während meine Eltern am 13.01. nach Perth, in den Westen Australiens fliegen um herauszufinden warum dieser Ort meinem Bruder Eric so gut gefallen hat und während Verena und Magnus mit dem Bus in Neuseeland umherreisen.
In ein oder zwei Monaten werde ich dann ebenfalls nach Westaustralien reisen bevor ich dann am 1. Juni vorerst wieder in Deutschland ankomme.

Skydive in Motueka, Neuseeland



Es freut sich auf eure Kommentare:

Der Thilo


P.S.: Ein neues, großes Fotoalbum gibts hoffentlich bald!

2 Kommentar(e):

Eric hat gesagt…

Hi Thilo,

geiles Bild vom Skydive...aber 4500m hört sich doch viel besser an als 4,5km, oder?! Naja, auf jeden Fall ein schöner Bericht. Angeln ist deine neue Leidenschaft wie es aussieht. Wann fängst du eigentlich an zu tauchen? Das musst du eigentlich noch mitnehmen. An der Westküste kann ich die Exmouth empfehlen, am Ningaloo Reef.

Also viel Spaß und bis dann Herr Chirurg!!!

Anonym hat gesagt…

Dieser Thilo... ist einfach immernoch am Ende der Welt und macht doch fast die gleichen Sachen wie ich.

Ich musste schon lachen, als ich vom Surfen, Schildkroeteneiergucken und dem Adrenalinkick (ich war Bungeejumpen) gelesen hab. Das gleiche hab ich naemlich auch gemacht. Obwohl das Surfen nach mittlerweile 4 Monaten immernoch verdammt schwierig ist.

Ach uebrigens: Schoener Bericht, ich muesste eigentlich auch mal wieder was schreiben...

Man sieht sich im Juni...puenktlich zur WM!!!
Hasta luego
Saludos de Costa Rica
Stefan

P.S. Die Glatze haette ja nicht sein muessen. ;-)